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Der komplette Solar-Ratgeber 2025
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme

Jeder Schritt zu Ihrer eigenen Solaranlage verständlich erklärt. Unabhängig, aktuell und mit wertvollen Praxistipps aus über 500 Installationen in Sachsen.

Aktualisiert: Januar 2025
Autor: Solar Union Redaktion
Lesezeit: ca. 18 Min.

Einleitung

Eine Solaranlage ist eine der lohnendsten Investitionen für Eigenheimbesitzer. Sie produziert über Jahrzehnte sauberen Strom, senkt die Energiekosten und macht unabhängig von steigenden Strompreisen. Doch zwischen der ersten Idee und der fertigen Anlage auf dem Dach liegen viele Entscheidungen.

Dieser Ratgeber begleitet Sie durch den gesamten Prozess: von der Frage, ob sich Photovoltaik für Ihr Haus lohnt, über die Auswahl der richtigen Komponenten bis hin zu Förderungen und dem Ablauf der Installation. Am Ende wissen Sie, worauf es ankommt – und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Was ist eine Solaranlage? – Grundlagen der Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage – umgangssprachlich Solaranlage genannt – wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Der Begriff Photovoltaik setzt sich aus dem griechischen Wort „phos" (Licht) und dem Namen des Physikers Alessandro Volta zusammen.

Das Prinzip ist einfach: Solarmodule auf dem Dach fangen das Sonnenlicht ein. Die darin enthaltenen Solarzellen erzeugen Gleichstrom, der von einem Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom umgewandelt wird. Diesen Strom können Sie direkt nutzen, in einem Speicher zwischenlagern oder ins öffentliche Netz einspeisen.

Wichtig: Abgrenzung zur Solarthermie

Im Unterschied zur Solarthermie, die Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugt, produziert Photovoltaik ausschließlich Strom. Beide Technologien lassen sich kombinieren, konkurrieren aber um die verfügbare Dachfläche.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Die Rahmenbedingungen für Photovoltaik waren selten so günstig wie heute. Die Modulpreise sind in den letzten zehn Jahren um über 80 Prozent gefallen, während die Strompreise kontinuierlich steigen. Eine Kilowattstunde selbst erzeugter Solarstrom kostet heute zwischen 8 und 12 Cent – weniger als ein Drittel des Netzstroms.

Hinzu kommen steuerliche Vorteile: Seit 2023 entfällt für die meisten privaten Anlagen die Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation. Auch die Einnahmen aus der Einspeisung bleiben bis zu einer bestimmten Grenze steuerfrei.

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Der Weg vom Sonnenlicht zum Strom

Die Energieumwandlung in einer Solarzelle basiert auf dem photovoltaischen Effekt. Vereinfacht erklärt: Lichtteilchen (Photonen) treffen auf das Halbleitermaterial der Solarzelle – meist Silizium – und setzen dort Elektronen in Bewegung. Diese Bewegung ist elektrischer Strom.

Eine einzelne Solarzelle produziert nur wenig Spannung. Deshalb werden viele Zellen in einem Solarmodul zusammengeschaltet. Mehrere Module bilden einen String, und alle Strings zusammen ergeben die Solaranlage.

Die Komponenten im Überblick

  • SolarmoduleBilden das Herzstück. Sie fangen das Licht ein und erzeugen Gleichstrom.
  • Der WechselrichterWandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um. Er ist das technische Gehirn der Anlage.
  • Das MontagesystemBefestigt die Module sicher auf dem Dach. Je nach Dachtyp kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz.
  • VerkabelungVerbindet alle Teile miteinander und mit dem Hausnetz (inkl. Sicherungen und Einspeisezähler).
  • Optional: StromspeicherEin Batteriesystem, das überschüssigen Solarstrom für später speichert.

Die richtige Anlagengröße: Wie viel kWp brauche ich?

Was bedeutet kWp?

Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Das „Peak" steht für die maximale Leistung unter standardisierten Testbedingungen: 1.000 Watt Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter bei 25 Grad Celsius Modultemperatur.

In der Praxis erreichen Anlagen diese Bedingungen selten durchgehend. Die tatsächliche Jahresproduktion hängt vom Standort, der Ausrichtung und der Verschattung ab. Als Faustregel gilt: Eine Anlage in Sachsen produziert pro kWp installierter Leistung etwa 900 bis 1.000 kWh Strom im Jahr.

Anlagengröße nach Haushaltstyp

5-6 kWp
2 Personen

2.500 - 3.000 kWh Verbrauch. Deckt Grundbedarf.

7-10 kWp
4 Personen

4.000 - 5.000 kWh Verbrauch. Der Standard für Familien.

10-15+ kWp
Mit E-Auto / WP

Für Wärmepumpe oder E-Mobilität. Maximale Unabhängigkeit.

Dachfläche und Platzbedarf

Pro kWp Leistung benötigen moderne Module etwa 5 bis 6 Quadratmeter Dachfläche. Für eine 10-kWp-Anlage brauchen Sie also rund 50 bis 60 Quadratmeter nutzbare Fläche – abzüglich Gauben, Schornsteinen und anderer Hindernisse.

Die gute Nachricht: Auch wenn Ihr Dach nicht perfekt nach Süden zeigt, lohnt sich Photovoltaik. Ost-West-Dächer liefern zwar etwas weniger Gesamtertrag, dafür verteilt sich die Produktion gleichmäßiger über den Tag – ideal für den Eigenverbrauch.

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Solarmodule: Welche Typen gibt es?

Monokristalline Module

Monokristalline Solarmodule bestehen aus hochreinem Silizium und erreichen die höchsten Wirkungsgrade im Privatbereich – typischerweise 20 bis 22 Prozent. Sie erkennen sie an der gleichmäßig dunklen, fast schwarzen Oberfläche. Der Vorteil: Mehr Leistung pro Quadratmeter. Ideal für begrenzte Dachflächen.

Aktuelle Zellgenerationen (TOPCon, HJT)

Die Technologie entwickelt sich stetig weiter. Heute dominieren TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact), die Wirkungsgrade von über 22% erreichen. HJT-Zellen (Heterojunction) kombinieren Technologien für noch höhere Effizienz.

Für Privatkunden gilt: Greifen Sie zu hochwertigen PERC- oder TOPCon-Modulen von etablierten Herstellern. Der Unterschied zu günstigen No-Name-Produkten zeigt sich oft erst nach Jahren.

Der Wechselrichter: Das Gehirn der Anlage

Der Wechselrichter wandelt nicht nur Strom um, er überwacht die Anlage, optimiert den Ertrag und kommuniziert mit dem Speicher.

  • String-Wechselrichter: Die klassische Lösung. Ein zentrales Gerät. Kosteneffizient und bewährt.
  • Mikro-Wechselrichter: Sitzen an jedem Modul. Perfekt bei komplizierter Verschattung, da jedes Modul unabhängig arbeitet.

Als Faustregel gilt: Der Wechselrichter kann oft etwas kleiner dimensioniert sein als die Modulleistung (Faktor 0,8 bis 1,0), da Module selten 100% Peak-Leistung erreichen.

Stromspeicher: Lohnt sich die Investition?

Ein Speicher erhöht Ihren Eigenverbrauchsanteil von ca. 30% auf bis zu 80%. Das ist der entscheidende Hebel, da selbst produzierter Strom viel günstiger ist als Netzstrom.

Die richtige Speichergröße

Als Richtwert gilt: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Für einen 4-Personen-Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch ist ein 5-7 kWh Speicher oft ideal. Größere Speicher kosten überproportional viel und werden im Winter oft nicht voll.

Wirtschaftlichkeit

Speicher lohnen sich heute fast immer, wenn die Differenz zwischen Strompreis (z.B. 35 Cent) und Einspeisevergütung (8 Cent) groß ist. Jede selbst genutzte kWh spart Ihnen 27 Cent.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Was kostet eine Solaranlage 2025?

Die Preise haben sich stabilisiert. Für eine schlüsselfertige Installation (ohne Speicher) können Sie mit 1.200 bis 1.600 Euro pro kWp rechnen. Eine 10 kWp Anlage liegt also bei ca. 12.000 - 16.000 Euro.

Ein Speicher kostet zusätzlich ca. 500 - 800 Euro pro kWh Kapazität.

Amortisation und Rendite

Typische Amortisationszeiten liegen bei 8 bis 12 Jahren. Da die Anlage 25-30 Jahre hält, machen Sie danach reinen Gewinn. Die Rendite liegt oft bei 5-8% – deutlich mehr als auf dem Sparbuch.

Förderungen und Finanzierung

Die wichtigste "Förderung" ist der Nullsteuersatz (0% MwSt) auf Kauf und Installation. Das spart Ihnen effektiv 19% der Kosten.

  • Einspeisevergütung: Garantiert über 20 Jahre einen festen Preis (ca. 8 Cent/kWh) für eingespeisten Strom.
  • KfW-Kredite: Zinsgünstige Darlehen (z.B. KfW 270) für die Finanzierung.
  • Regionale Programme: Manche Kommunen in Sachsen bezuschussen Speicher oder Balkonkraftwerke. Wir prüfen das für Sie.

Der Ablauf einer Installation

  1. Beratung & Analyse: Wir prüfen Ihr Dach (oft per Satellit vorab möglich) und Ihren Verbrauch.
  2. Vor-Ort-Termin: Feinaufmaß und Prüfung der Hauselektrik.
  3. Angebot: Detailliertes Festpreisangebot mit Wirtschaftlichkeitsberechnung.
  4. Installation: Montage der Module und Elektroinstallation (meist 1-2 Tage).
  5. Anmeldung: Wir übernehmen die Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister.

Sektorenkopplung: Wärmepumpe und Elektroauto

Die wahre Stärke von Solar zeigt sich im System. Wenn Sie Ihr E-Auto mit Solarstrom laden, fahren Sie für umgerechnet ca. 1,50 - 2,00 Euro auf 100km. Eine Wärmepumpe, die mit Solarstrom läuft, heizen unschlagbar günstig.

Tipp: Planen Sie die Anlage lieber etwas größer (z.B. Dach voll belegen), wenn Sie die Anschaffung eines E-Autos oder einer Wärmepumpe planen. Nachrüsten ist teurer.

Häufige Fehler vermeiden

Zu kleine Anlage

Oft wird nur für den aktuellen Strombedarf geplant. Zukünftige Verbraucher (Auto, Heizung) werden vergessen.

Nur auf den Preis schauen

Billige Komponenten halten oft nicht so lang. Ein Wechselrichter-Tausch nach 5 Jahren frisst die Ersparnis auf.

Keine Verschattungsanalyse

Ein Kamin oder Baum kann den Ertrag massiv senken, wenn keine Optimierer eingesetzt werden.

Fazit: Lohnt sich Photovoltaik?

Die Antwort ist ein klares Ja.

Eine Solaranlage macht Sie unabhängiger, spart Geld und schützt das Klima. Mit Amortisationszeiten von rund 10 Jahren ist sie eine sichere Kapitalanlage. Wichtig sind eine saubere Planung und hochwertige Komponenten, damit Sie 25 Jahre Freude an der Anlage haben.

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